Entwicklung
Zetzwil zählt heute 1'258 Einwohner. Die Bevölkerungsentwicklung in der zurückliegenden Zeit sagt einiges über frühere Blüte- und Krisenzeiten aus. Obwohl das Dorf damals mit Sicherheit deutlich weniger Häuser zählte als heute, betrug die Bevölkerung zum Beispiel anno 1850 schon einmal 1'226 Personen, also soviel wie gegenwärtig. Seit die letzte Zigarrenfabrik im Jahre 1988 ihre Produktion im Dorf einstellte, verfügt Zetzwil über keinen Industriebetrieb mehr. Hingegen gibt es eine ansehnliche Vielfalt von Gewerbebetrieben. Obwohl die Anzahl Landwirte seit langem stetig rückläufig ist, hat das Dorf seinen typischen ländlichen Charakter nicht eingebüsst. Aber wenn die Rede von einem Bauerndorf sein soll, so ist Zetzwil inzwischen ein ziemlich modernes Bauerndorf geworden. Durch die zahlreichen Einfamilienhäuser, die in den letzten rund 30 Jahren gebaut wurden und durch die Gruppe von Mehrfamilienhäuser im Bohnenacker hat sich natürlich das Dorfbild grundlegend verändert. Man darf aber behaupten: Nicht zu seinem Nachteil. Die eher sanft abfallenden Hänge, die von der Nachmittagssonne beschienen werden, stellen eine sehr attraktive Wohnlage dar, was natürlich auch Auswärtigen nicht verborgen geblieben ist. Und von den meisten Standorten aus geniesst man einen prächtigen Ausblick in Richtung Zentralschweiz und Glarner Alpen.
Ausserhalb des Dorfkerns, oberhalb der Hauptstrasse Richtung Oberkulm, befindet sich die Schürmatt, ein Zentrum für geistig und mehrfach behinderte Kinder und Erwachsene. Es handelt sich dabei um eine Stiftung der reformierten Landeskirche des Kantons Aargau. Zum Hauptstandort gesellten sich inzwischen noch mehrere Aussenstellen dazu.
Infrastruktur
Arbeitsplätze:
In der Landwirtschaft und den verschiedenen Gewerbebetrieben gibt es natürlich eine stattliche Anzahl Selbständigerwerbender. Daneben ist das Arbeitsplatzangebot im Dorf selber eher beschränkt, da Zetzwil über keine ortsansässige Industrie verfügt. Grösster Arbeitgeber am Ort ist die Stiftung Schürmatt. Der überwiegende Teil der Bevölkerung geht jedoch auswärts einem Erwerb nach.
Einkaufsmöglichkeiten/öffentliche Versorgung:
Über einen Supermarkt verfügen wir im Dorf nicht. Dies überlassen wir den grösseren Ortschaften der Region. Aber wir haben übersichtlich beisammen einen modernen Volg-Laden, eine leistungsfähige Bäckerei, einen Molkereiladen sowie eine Metzgerei. Eine umfassende Versorgung im Dorf selber ist also gewährleistet. Und die Post ist auch gleich noch nebenan. Zudem gibt es entlang der Hauptstasse verteilt 2 Restaurationsbetriebe. Was wir (noch) nicht haben - eine Arztpraxis oder eine Bankfiliale beispielweise - findet man in unmittelbarer Nachbarschaft.
Schulen:
Nebst den zwei Jahren Kindergarten werden in Zetzwil die Primarschuljahre 1 - 5 absolviert. Ab dem 6. Schuljahr geht es in den Nachbardörfern weiter:
- Realschule in Gontenschwil
- Sekundarschule in Gontenschwil oder Oberkulm
- Bezirksschule in Unterkulm oder Reinach
Vereinsleben:
Wer z.B. als Neuzuzüger im Dorf Anschluss sucht, tut dies mit Vorteil über einen Verein. Auch in Zetzwil gibt es vielfältiges Vereinsleben. Nebst den rein örtlichen sind immer mehr auch regionale Vereine aktiv.
Einige Meilensteine in der Dorfentwicklung
| 1923 - 25: |
Neubau Schul- und Gemeindehaus |
| 1932: |
Ausbau und Teerung der Hauptstrasse durch das Dorf |
| 1942: |
Bau der Abdankungshalle, welche bald darauf auch zur Kirche weiterenwickelt wurde |
| 1961 - 62: |
Neubau Turnhalle und Gemeindehaus |
| 1972 - 73: |
Neubau Kindergarten und Feuerwehrmagazin |
| 1977 - 78 |
Bau der Abwasserreinigungsanlage in Gontenschwil, zu dessen Trägergemeinden Zetzwil gehört |
| 1986 - 87: |
Erstellung Radweg Zetzwil - Oberkulm |
| 1990 - 94: |
Sanierung und Erweiterung der Turnhalle; Erweiterung des Gemeindehauses; Bau unterirdische Zivilschutzanlage mit Bereitstellungs- und Schutzräumen |
| 1992: |
Neubau Forstwerkhof im Buholz |
Zetzwil ist bekannt für seine legendären Feste...
Im Zusammenhang mit der Finanzierung und/oder Einweihung bedeutender Bauten stiegen in Zetzwil zu wiederholten Malen unvergessliche Dorffeste, die jeweils die Bevölkerung der ganzen Region zu mobilisieren vermochten. Wann ist wohl das nächste fällig?